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Erfolg durch Instagram

Wie Sie Gäste motivieren, über Ihren Betrieb zu posten

Fotos von kreativen Food-Bowls oder einer stylischen Bar gibt es in den sozialen Netzwerken schon lange. Mit einem Herzchen werden diese Bilder noch immer gerne versehen, doch wichtig ist mittlerweile, dass die Schnappschüsse nicht von den Gastronomen selber, sondern von den Gästen stammen. Nur wie bringt man die zahlende Kundschaft dazu, einen positiven Post im Netz zu hinterlassen? Wir sprachen mit den Digitalisierungsexperten Michael Kuriat und Flora Sinzig ...

Authentisches Lob

Gastronomen sollten ihren eigenen Account nicht mit zu vielen Posts füttern
Gastronomen sollten ihren eigenen Account nicht mit zu vielen Posts füttern

Instagram und Co. bestimmen immer häufiger darüber, ob sich ein Lokal trägt oder nicht. Umso wichtiger ist es für Gastronomen, in den Social-Media-Kanälen vertreten zu sein. "Bei den vielen Angeboten, die es mittlerweile im Netz gibt, rücken persönliche Empfehlungen wieder mehr in den Fokus", sagt Flora Sinzig, Social-Media-Managerin bei CHEFS CULINAR. "Es ist also nicht damit getan, als Gastronom eine eigene Facebookseite oder einen Instagram-Account zu erstellen, auf dem ich regelmäßig neue Angebote poste. Das wird mittlerweile schnell als nervige Werbung empfunden." Eine viel größere Bedeutung haben Posts, die von Gästen veröffentlicht würden. Gerade Instagram-Storys erfahren in der letzten Zeit einen immer größeren Zulauf. Wie aber können Gastronomen ihre Gäste dazu animieren, aus ihrem Restaurant zu posten – und vor allem sicherstellen, dass die Bilder Lust auf mehr machen?

Keep it simple

Schaffen Sie gute Voraussetzungen für Blogger, dazu gehört z. B. schnelles WLAN
Schaffen Sie gute Voraussetzungen für Blogger, dazu gehört z. B. schnelles WLAN

Zwar gibt es bei Instagram jede Menge Filter die den Fotos einen professionellen Touch verleihen – sie sorgen aber nicht dafür, dass überhaupt gepostet wird. Die Zusammenarbeit mit Influencern liegt deshalb nahe. "Das müssen nicht immer Makro-Influencer mit einer großen Reichweite sein", sagt Michael Kuriat. Der Marketing- und Digitalisierungsexperte tritt deutschlandweit als Berater und Speaker auf. "Gerade in der Gastronomie erzielen Mikro-Influencer mit 100 bis 1000 Followern oft eine größere Wirkung." Denn: Mikro-Follower sprechen zwar weniger Menschen an, dafür aber spezifische Gruppen. Restaurants sollten sich für eine Kooperation daher unbedingt Influencer suchen, deren Zielgruppe zu der des Lokals passt.

Aber auch Gäste, die nicht hauptberuflich auf Instagram unterwegs sind, werden mit den richtigen Lockmitteln für Ihr Haus aktiv. "Wichtig dafür sind vor allem gutes WLAN, Powerbanks und eigene Hashtags“, sagt Kuriat. "Diese muss man dann auch kommunizieren – und zwar möglichst offensiv." Nur so werden die Beiträge mit dem eigenen Haus in Verbindung gebracht und gehen nicht in einer Wüste aus Food-porn-Posts unter.

Querdenker gefragt

Bei der Umsetzung sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ob als Aufdruck kleiner Fähnchen, die in Burgern stecken, 3-D-Foodprints, Geschirrgravuren, Tischdecken, Neon-Schrift-Röhren oder direkt auf der Wand – je außergewöhnlicher, desto besser. Neben den richtigen Hashtags sollten aber auch die Speisen selbst instagramable sein. In manchen Cafés oder Restaurants gibt es sogar extra Instagram-Food auf der Speisekarte. Ausgefallene Regenbogen-Shakes und Einhorn-Cupcakes oder Essen aus der Schüssel – die Gerichte müssen vor allem eins: gut aussehen. "Bowls sind da besonders beliebt“, sagt Sinzig. "Darin lassen sich einfach viele Details und verschiedene Zutaten liebevoll in Szene setzen." Damit das Essen auch nach einem Fotoshooting noch genießbar ist, eignen sich gusseiserne Pfannen zum Servieren. In ihnen bleibt das Essen lange genug warm, um vor dem Essen noch kurz das perfekte Bild zu schießen. Einige Lokale haben sogar eine extra Fotoecke mit hipper Tapete, pastellfarbenen Wänden oder Geschirr, Fotoboxen und natürlich gutem Licht. Besonders geeignet für schicke Bilder ist Tageslicht. Wer weiß, vielleicht ist das auch ein Grund, warum sich Brunchlokale wachsender Beliebtheit erfreuen. Dennoch: Auch abends finden sich kreative Lösungen, um das Gericht ins rechte Licht zu rücken – schwenkbare Lampen über den Tischen zum Beispiel.